Anreise mit dem Auto

Wir reisen mittlerweile am häufigsten mit dem Auto in die Slowakei, da wir dadurch vor Ort unabhängig und schnell beweglich sind. Hierbei wählen wir sowohl die Strecke über Tschechien als auch über Polen. Doch auch eine Anreise über Österreich ist aus dem Süden Deutschlands sowie der Schweiz und Österreich selbst empfehlenswert.

In diesem Beitrag beschreiben wir unsere praktischen Erfahrungen bei Planung und Durchführung der Fahrt.

Autobahnen in der Slowakei

Das Autobahnnetz der Slowakei ist neu und wird weiterhin stark ausgebaut. Dabei gibt es aktuell diese Hauptstrecken (D für Autobahnen, R für Schnellstraßen).

D1 – von Bratislava über Žilina im Norden nach Košice.
D2 – im Westen, aus Richtung Brno (Tschechien) über Bratislava nach Wien
D3 – kleines Stück von der tschechischen Grenze über Čadca nach Žilina
R1 – von Trnava im Westen nach Banská Bystrica in der Mittelslowakei

Weitere Strecken oder Streckenabschnitte befinden sich entweder im Bau oder der Planung.

Da die Autobahnen in der Slowakei, Tschechien und Polen noch sehr neu sind, empfiehlt es sich das Navi zu aktualisieren. Wir nehmen einfach den Routenplaner von Google Maps, der immer aktuell ist.

Vignette in der Slowakei

In der Slowakei wird auf allen Autobahnen eine Gebühr fällig. Die Kosten beginnen bei 10€ für einen PKW für 10 Tage.

Die digitale Vignette kann bei der Einreise gekauft werden. Dabei wird nur das Nummernschild angegeben. Einen Aufkleber gibt es nicht mehr.

Details zu Maut und Vignette in der Slowakei

Tempolimit

Innerhalb von Ortschaften gilt ein Tempolimit von 50km/h.

Außerhalb von Ortschaften liegt die Geschwindigkeitsbegrenzung bei 90 m/h.

Auf Autobahnen und Schnellstraßen darf maximal 130km/h gefahren werden.

Es gibt Geschwindigkeitsmessungen. Allerdings ist es uns bisher nur einmal gelungen bei der Anreise in Tschechien in eine Messung zu geraten, jedoch noch nie in der Slowakei. Meist wird hier gelasert und sofort angehalten.

Automatische Geschwindigkeitsmessungen erfolgen, zumindest sichtbar, häufig aus stehenden Polizeitransportern heraus. Zwar gibt es immer mal wieder Polizeikontrollen auf der Straße, doch habe ich bisher keine gesehen, die gleichzeitig die Geschwindigkeit messen. Darauf sollte man sich aber nicht verlassen.

Wer sich unsicher ist folgt am besten einem allgemeinen Rat und orientiert sich an der Geschwindigkeit der lokalen Bevölkerung.

Anreise über Polen

  • optimal für alle aus Richtung Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg
  • die polnische Strecke ist teilweise mautpflichtig – diese wird seit Dezember 2021 digital kassiert
  • im Norden der Slowakei gibt es nur Landstraßen, daher wird die Fahrt etwas langsamer
  • evtl. wird in der Slowakei keine Autobahn zur Anreise genutzt und die Vignette fällt weg

Wenn wir aus Norddeutschland ohne Unterbrechung in die Mittelslowakei fahren wollen, dann wählen wir die Einreise über Polen. Für die Einreise nach Polen und das erste Stück gibt es mittlerweile zwei Optionen.

a) Einreise über Forst. Ab Berlin fahren wir auf der A13 in Richtung Dresden, biegen dann aber auf die A15 in Richtung Cottbus ab. Bei Forst geht es dann über die deutsch-polnische Grenze.

Ab der Grenze gibt es ein Teilstück von genau 70 Kilometern welches in sehr schlechtem Zustand ist. Offiziell sind hier 70 km/h erlaubt, je nach Qualität des eigenen Autos möchte man hier auch ungern schneller fahren. Das kuriose ist, dass die entgegengesetzte Seite dieser Autobahn in einem ganz passablen Zustand ist und sich zur Rückreise gut eignet. Man sollte sich also nicht von dem Eindruck der Hinreise dazu verleiten lassen diese Strecke auf der Rückreise meiden zu wollen. Nach Erfahrungen eines Freundes möchte ich auch davon abraten, hier von der Autobahn abzubiegen und eine parallele Landstraße zu suchen. Auch hier kommt man nicht schneller voran.

b) Einreise über Szczecin oder Frankfurt/Oder. Seit kurzem gibt es mit der S3 eine Schnellstraße von Szczecin bis in die Nähe von Wrocław. Die Strecke ist durchgängig zweispurig und es gibt sehr wenige zusätzliche Geschwindigkeitsbeschränkungen. Da wir ganz aus dem Norden kommen fahren wir über die A11 nach Szczecin ein und dort auf die S3 ab. Man kann aber auch von Berlin auf der A12 über Frankfurt/Oder nach Polen einfahren und dann auf halber Strecke nach Posen auf die S3 abbiegen.

Egal ob Variante a oder b, weiter geht es dann an Wrocław (Breslau) vorbei. Bei Gliwice (Gleiwitz) biegen wir dann von der A4 auf die A1 in Richtung Süden ab um ab Żory ganz von der Autobahn abzufahren.

Achtung: Google Maps und andere Navigationsgeräte empfehlen die Abfahrt von der A1 bei Jastrzębie-Zdrój. Der Weg ist zwar etwas kürzer, führt aber über Dörfer und enge Straßen. Wir fahren daher weiterhin bei Żory von der A1 ab. Siehe dazu auch Mit Google Maps in die Slowakei – Ein kleines Abenteuer.

Ab Żory geht es dann über eine Schnellstraße und ein weiteres Teilstück einer Autobahn in den östlichsten Zipfel nach Tschechien, wo es nach einem kurzen Stück Landstraße dann noch einmal ein kleines Stück Autobahn gibt. Stand April 2019 ist dieses nur für LKW mautpflichtig.

Im Norden kommen wir in der Slowakei dann an Čadca vorbei und fahren in Richtung Žilina. Von hier aus ließe sich die Autobahn nach Bratislava oder Košice nehmen oder die Landstraße in die Mittelslowakei.

Tipp: zum Feierabend gibt es Staus auf der Hauptstrecke in Žilina. Das Navi empfielt ggf. eine sinnvolle Alternative durch die Stadt. Wer kann, vermeidet die Fahrt durch Žilina an einem Wochentag zwischen 15 und 18 Uhr, zumindest aber an Freitagen.

Wer in der Slowakei auf die Autobahn fährt, der benötigt eine slowakische Vignette.

Wer in die Ostslowakei möchte, der kann auf der A4 in Polen noch ein Stück weiter in Richtung Katowice oder Krakau fahren und eine der nächsten Abfahrten in Richtung Süden nehmen.

Ich empfehle für die erste Reise auf der Nordstrecke ein aktuelles Navi. Abseits der Autobahn gibt es die ein oder andere weniger optimal gekennzeichnete Abfahrt. Außerdem wird die Autobahn ständig erweitert. Alle paar Jahre gibt es neues oder längeres Stück, so dass wir in den Jahren immer schneller geworden sind. Wir nutzen einfach Google Maps als Navigator.

Da die Strecke gerade in die Mittelslowakei nur aus Landstraßen besteht empfehle ich die An- und Abreise in den Randzeiten. Aufgrund unseres Anreiseweges fällt dieser Teil häufig in die Abendstunden und bei der Abreise versuchen wir so früh wie möglich auf der Straße zu sein um noch vor Tagesanbruch auf die Autobahn zu kommen.

Besonderheiten in Polen

Die Reise zu Randzeiten empfehlen wir auch daher, weil die Strecken in Richtung Polen viel von polnischen LKWs genutzt werden. Von denen gibt es am Morgen und Abend, sowie Sonntags weniger. In Polen selbst gibt es dagegen kein Sonntagsfahrverbot für LKWs.

Bei der Reise über Polen empfehle ich den Fahrern mit Super-Benzin hier zu tanken, da die Preise deutlich niedriger sind als in Deutschland oder der Slowakei. Wir erledigen das immer bei der Anreise in die Slowakei nach den ersten 70 Kilometern (siehe unten) auf der polnischen Autobahn und nach der Abfahrt von der Autobahn bei Żory, sowie bei der Rückreise vor Żory und direkt vor der deutsch-polnischen Grenze.

Kurz hinter Wrocław gibt es eine Mautstation. Bei der Einfahrt in die mautpflichtige Straße geht es meist recht schnell. Hier wird einfach ein Ticket gezogen. Bezahlt wird bei Abfahrt von der Autobahn oder am Ende der mautpflichten Strecke kurz vor Gliwice, wo wir immer abfahren.

Wir bezahlen die Maut immer in bar, daher weiß ich nicht, ob eine Kartenzahlung möglich ist. Die Gebühr beträgt 16,20 Złoty, kann aber auch mit pauschal 5 Euro (als Schein) bezahlt werden.

Auf dem kleinen Stück die man noch auf der A1 in Richtung Süden fährt gibt es keine Mauthäuschen. Hier gibt es Schilder mit der Aufschrift “płatna” (gebührenpflichtig), die aber auch immer mal durchgestrichen sind. Hier vergessen wir auch häufig irgendwo anzuhalten und wie-auch-immer die Maut zu entrichten.

Anreise über Tschechien

  • optimal für alle aus Richtung Dresden
  • die Vignette in Tschechien kann in beide Richtungen an der ersten Raststätte hinter der Grenze erworben werden
  • die Vignette für die Slowakei wird ebenfalls direkt hinter der Grenze verkauft oder kann per App erworben werden
  • diese Strecke besteht nur aus Autobahnen

Wer über Dresden fährt der reist am besten über Tschechien in die Slowakei ein.

Wir wählen diese Strecke, wenn Bratislava unser erstes Ziel ist. Manchmal übernachten wir auch noch einmal in Dresden, wodurch wir flexibler dabei sind die Stauzeiten zu umgehen. Auch in Tschechien haben wir schon einen Zwischenstopp eingelegt. Gerade das macht für uns den Reiz dieser Strecke aus.

Der Weg über Tschechien führt an Prag und Brno (Brünn) vorbei. Diese Strecke nehmen wir häufig, weil wir dabei von Norddeutschland bis in die Mittelslowakei die Autobahn nie verlassen.

In Tschechien und der Slowakei wird eine Maut fällig. Die Vignette für ein paar Tage kostet in Tschechien 14€ und in der Slowakei 10€. Wer nur eine Woche bleibt dem reicht eine Vignette für Hin-und Rückreise.

Die Herausforderung bei dieser Strecke sind mögliche Staus an den Ballungsräumen. Bisher hatten wir auf unserer Seite immer viel Glück.

Anreise über Wien

  • optimal für alle aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz
  • in Österreich herrscht Vignettenpflicht
  • die Vignette für die Slowakei wird ebenfalls direkt hinter der Grenze verkauft oder kann per App erworben werden

Wer über Wien einreist ist schnell in Bratislava und kann über die D2 weiter in die Nord- oder Mittelslowakei weiterfahren. Da wir diese Strecke noch nie genommen haben fehlen uns die Insidertipps.

Zwischenstopps und Übernachtung bei der Anreise

Wie schon erwähnt, fahren wir die Nordstrecke meist in einem Rutsch, was uns für die 1000 Kilometer zwischen Greifswald und der Mittelslowakei je nach Verkehr und Motivation zwischen 10 und 12 Stunden dauert. Die Strecke über Dresden und Prag dauert für uns ähnlich lang, hat aber 100 Kilometer mehr.

Im allgemeinen machen wir nur kurze Zwischenstopps. Meist verbinden wir diese mit dem Tanken. Da wir ein gutes Auto und keine Kinder haben fällt uns das nicht schwer.

Wenn wir uns mit Familie und Freuden über die Anreise mit dem Auto unterhalten dann erwähnen wir auch eine Übernachtung auf dem Weg. Wir machen das regelmäßig, wenn wir über Prag anreisen und nutzen dafür Freunde in Dresden oder Familie in Bratislava. Im Dezember 2016 haben wir uns eine Nacht in Königstein einquartiert und einen wunderbaren halben Tag auf der Festung Königstein verbracht. Doch auch für eine Übernachtung nicht weit von der Strecke in direkt in Prag, Brno oder dazwischen gibt es ausreichend Möglichkeiten.

In Polen haben wir erst einmal bei der Rückreise aus der Slowakei in einem guten Hotel in Żory (Hotel Alto) übernachtet. Damit konnten wir am Vorabend nach dem Feierabendverkehr die recht anstrengende Strecke über die Landstraße aus der Mittelslowakei bewältigen und früh direkt auf die polnische Autobahn fahren.