Anreise mit dem Zug

Wir sind in unserer Studentenzeit und noch darüber hinaus fast ausschließlich mit dem Zug in die Slowakei gefahren. Neben ein paar allgemeinen Tipps werden wir hier auch auf die unterschiedlichen Routen die wir gefahren sind eingehen.

Allgemeine Hinweise zur Anreise mit dem Zug

Wenn wir mit dem Zug in die Slowakei fahren dann stellen wir uns folgende Fragen:

  • Steht der Termin fest und können wir noch zu einem Sparpreis buchen?
  • Fahren wir über Nacht?

Eine Frage die sich für uns nicht mehr stellt ist, ob wir einen Sitzplatz buchen. JA, das tun wir. In den Stoßzeiten kann es nämlich ganz schön voll werden. Die Situation hat sich nicht verbessert seit Rentner und Studenten kostenlos fahren.

Nachtzüge in die Slowakei

Da wir gerade aus dem Norden Deutschlands immer eine etwas längere Anreise und keine Toleranz für einen verpassten Zug haben, schauen wir auch gerne mal nach Nachtzügen.

Zwar ist die Gesamtreisedauer etwas länger (elf statt neun Stunden von Berlin nach Bratislava), dafür kommen wir aber morgens recht erholt an und haben ausreichend Zeit für die Anschlusszüge.

Preise für Nachtzüge

Während die Nachtzüge der Deutschen Bahn zwischendurch eingestellt wurden, scheint es sie jetzt wieder zu geben. Bei meiner Recherche im Januar 2019 habe ich eine Verbindung von Berlin nach Bratislava mit einer Reisezeit von 11:10 Stunden gefunden. Los geht es um 18:40 Uhr, Ankunft 5:50 Uhr.

Anzeige der Bahn mit Zugverbindung
Nicht verwirren lassen. Ein Teil des Zuges nach Wien fährt nach Bratislava weiter.

Diese Strecke wird von der Österreichischen Bundesbahn betrieben und führt von Berlin über Frankfurt/Oder und Breslau nach Bratislava, um dann später in Budapest zu enden. Bei unserer einzigen Reise mit dieser Verbindung war der Zug gut ausgelastet. Aufgrund der relativ vielen Zwischenhalte in Polen gar es viel Trouble durch die Nacht hindurch. Die meisten Reisenden fahren jedoch nach Budapest weiter.

Der Preis meiner Beispielverbindung für den 6. April 2019 ging bei 29€ los.

Preise Nachtzug Berlin-Bratislava bei ausreichend Vorlaufzeit.

Wir raten dringend dazu einen Liegeplatz zu buchen. Die ganze Nacht zu sitzen oder dicht nebeneinander mit Fremden zu kuscheln kann die Anreise verderben. Bei der rechtzeitigen Buchung kann man noch ein Abteil mit weniger Liegen wählen. Das 6-er Abteil ist bei voller Belegung schon gewöhnungsbedürftig. Wir haben uns das im Juni 2019 noch einmal zur Recherche “gegönnt”, werden aber in der Zukunft Abteile nur für uns wählen, wenn wir überhaupt noch über Nacht fahren.

Am praktischsten sind die Liegen oben, vorausgesetzt man ist sportlich genug sie zu erklimmen. Dort hat man seine Ruhe und eine große Ablagefläche über dem Gang.

Die Liegewagen sind einfach. Die sanitären Einrichtungen sind nicht sehr einladend und die Waschkabinen recht klein. Bei unserer letzten Reise fehlte es an Seife und sogar an Toilettenpapier.

Seit es keine Grenzkontrollen mehr gibt, klopft auch niemand mehr mitten in der Nacht. Es gibt einen Begleiter pro Schlafwaggon der die Tickets einsammeln und morgens rechtzeitig weckt. Zusätzlich erhält man noch ein Heißgetränk und einen Snack. Die Sprachkenntnisse des Wagenbegleiters sind meist ausreichend um sich zu verständigen.

Unsere Erfahrungen mit Nachtzügen in der Slowakei

Kosten für Züge und Spartipps

Nicht nur bei Nachtzügen gilt, dass Sonderpreise für Züge in der Regel limitiert sind. Je früher man bucht, desto besser. Bei der Deutschen Bahn geht das ab 6 Monaten im Voraus.

Eine Strecke von Berlin nach Bratislava kostet ohne Bahncard im ersten Halbjahr 2019 genau 39€. Mit Bahncard 25 oder 50 sind es noch 35,40€. Das ist der gleiche Preis wie ein einfaches Ticket für die 3 Stunden von Greifswald nach Berlin.

Wenn ich jetzt spontan und ohne Bahncard die gleiche Strecke fahren möchte, so kostet sie aktuell 130,20€ pro Person.

Wer von Deutschland aus bucht, der kann Kinder bis 14 Jahre kostenlos mitnehmen. Sie müssen nur für die Reservierung bezahlen.

Die Preise und Sonderkonditionen sind nur von Deutschland aus gültig. Wenn uns also jemand aus der Slowakei besuchen kommt, so besorgen wir die Tickets hier und schicken sie dann entweder per Post oder E-Mail in die Slowakei. Für Deutsche empfiehlt es sich also die Hin- und Rückreise in Deutschland zu buchen.

Besonderheiten der Züge

Während ich bereits oben und in diesem Blogbeitrag auf die Besonderheiten von Nachtzügen eingehe, so haben wir noch ein paar Hinweise für Züge, die tagsüber fahren.

Es kann einen deutlichen Unterschied machen welche Gesellschaft den Zug betreibt. Das lässt sich leider vor der Abreise nicht immer herausfinden.

Wir finden ungarische Züge ungünstiger, weil sie keine Steckdosen haben, die Großraumabteile unbequem sind und es keine Tische gibt. Dafür gehen wir in diesen sehr gerne in den Speisewagen. Das Essen ist hier hervorragend. In Zügen der deutschen Bahn (IC-Standard) wir einen Fensterplatz mit Tisch und Steckdosen in Großraumabteilen. Bei allen anderen Gesellschaften sitzen wir lieber im Abteil.

Geheimtipp für Speisewägen

Wie schon erwähnt, ist das Essen in ungarischen Speisewägen hervorragend. Auf dem Weg von Berlin über Prag, nach Bratislava gibt es hier die Besonderheit, dass sich die Preise für Speisen, die hinter der tschechischen Grenze bestellt werden, halbieren. Das gleiche Gulasch kostet also auf deutschem Boden das Doppelte.

Internet im Zug

Ich nutze Bahnreisen gerne zum Lesen und Arbeiten. Dabei bereite ich mir so viel Material wie möglich für das Offline-Arbeiten vor.

Mittlerweile ist aber auch die Netzabdeckung sehr gut. Teilweise gibt es auch in den Zügen schon Internet. Wenn die Deutsche Bahn die Züge betreibt dann sind es in Richtung Tschechien und Slowakei nie ICEs, sondern meist als EuroCity bezeichnete ICs. Das bedeutet häufig, dass es kein Internet gibt. Hinzu kommt der schlechte Internetempfang über das Handy.

Auf tschechischem Boden wird der Empfang plötzlich besser. Hier kann ich fast durchgängig mit meinem Handy mobile Daten nutzen und dadurch auch auf dem Rechner ans Internet. In der Slowakei ist es ebenfalls sehr gut.

Züge aus verschiedenen Richtungen

Wer aus Deutschland anreist kann sich entscheiden, ob er über Polen, Tschechien oder Österreich anreist. Jede hat so ihre Besonderheiten.

Züge über Tschechien

Für uns kommt aktuell die Strecke aus Berlin über Prag nach Bratislava in Frage. Die gibt es als Direktverbindung oder mit Umstieg in Prag.

Am schönsten ist auf dieser Verbindung der Abschnitt zwischen Dresden und Prag mit langer Fahrt direkt an der Elbe entlang. Das lässt sich gerade im Speisewagen sehr gut aushalten.

RegioJet

Die tschechische Gesellschaft RegioJet bietet auch einige wenige Bahnverbindungen von Prag in die Slowakei an. Nach Žilina kommt man so für 14,50€. Busverbindungen gibt es noch viel mehr.

Züge über Wien

Der Zug zwischen Wien und Bratislava braucht gerade einmal 60 Minuten verkehrt meist alle halbe Stunde. Daher ist eine Anreise über Wien sowohl mit dem Flieger als auch mit dem Zug eine Option.

Am besten eignet sich diese Variante für alle, die aus Süddeutschland, Österreich und der Schweiz anreisen.

Mit Umstieg in Wien braucht es so nur 6 Stunden von München nach Bratislava und kostet 34,90€ im Sparpreis ohne Bahncard.

Züge über Polen

Wir sind zu Studentenzeiten in Greifswald zwischen 2004 und 2007 ein paarmal über Polen gefahren. Der einzige Vorteil lag für uns im Preis. Züge in Polen sind noch einmal günstiger als in der Slowakei.

Wir sind bei dieser Variante mit Start in Greifswald in Pasewalk, Stettin, Kattowitz und Žilina umgestiegen um in die Mittelslowakei zu gelangen. Entsprechend lang und anstrengend war die Reise.

Damals waren die Züge zwischen Stettin und Kattowitz häufig sehr voll und 8-Personen-Abteilen auch trotz Platzkarte sehr eng. Bei Reisen über Nacht wurden wir auch schonmal bestohlen. Das hat sich hoffentlich mittlerweile alles geändert, aber aktuelle Erfahrungen haben wir leider nicht.

Als ich 2005 für ein Semester in Krakau studiert habe bin ich sehr häufig in die Slowakei gefahren. Auch hierbei wurde ich einmal am heiligten Tage bestohlen. Viel hervorhebenswerter finde ich aber den Umstand, dass der Direktzug für die 130km Luftlinie zwischen Krakau und Žilina ganze 6 Stunden benötigt hat. Heutzutage gibt es nicht einmal mehr eine Direktverbindung.

Züge aus Ungarn

Da wir eine Weile in Budapest gelebt haben sind wir auch von dort häufig mit dem Zug gefahren. Es soll daher hier nicht unerwähnt bleiben.

Während es nicht zuletzt dank der nach Prag und Berlin weiterführenden Strecken ausreichend Verbindungen zwischen Budapest und Bratislava gibt, ist die Mittelslowakei seit 2007 etwas abgeschnitten. Das Bahngleis von Budapest wurde einfach eingestellt.

Seither führt die Reise über die Strecke in Richtung Bratislava mit Umstieg in Levice und Nové Zámky.

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